Die Solarvalue AG führt weiter Gespräche mit potentiellen Partnern und möglichen Investoren. Allerdings werden die vorhandenen Geldmittel knapp. In den bisherigen Verhandlungen waren drei Themen wesentlich, die von Investoren kritisch gesehen werden:
Dr. Christian Bornhauser, Vorstand der Solarvalue AG: “Die weltweit fünf größten Hersteller für Solarsilizium wollen bis zum Jahr 2015 mehr als 350.000 Tonnen Reinstsilizium produzieren. Je nach Wirkungsgrad und Waferdicke lassen sich daraus Solarzellen mit einer Leistung von 50 bis 70 Gigawatt produzieren. Selbst optimistische Prognosen gehen mittelfristig von einem geringeren Nachfragewachstum aus. Das Siliziumangebot übersteigt die Nachfrage also voraussichtlich bei weitem. Als Folge sind weitere Preissenkungen zu erwarten. Kleinen Herstellern werden deshalb derzeit geringere Marktchancen eingeräumt, da sie mit den Skalierungseffekten und -möglichkeiten der Großen nicht konkurrieren können. Auch wenn das von uns entwickelte Verfahren gegenüber dem herkömmlichen Siemens-Verfahren eine kostengünstigere Produktion von Solarsilizium erlauben sollte, besteht die Gefahr, dass die Siliziumpreise bis zur Fertigstellung der Produktionsanlagen in knapp 24 Monaten so stark sinken, dass die heute noch attraktiven Margen dahin geschmolzen sind.
Hinzu kommt die nach wie vor herrschende Skepsis gegenüber UMG im Allgemeinen. Während sich Solarsilizium, das mit dem etablierten Siemens-Verfahren hergestellt wird, ohne Probleme verarbeiten lässt, bestehen gegenüber dem UMG, selbst bei ähnlichen technischen Parametern, immer noch Zweifel hinsichtlich der Qualität und der langfristigen Wirkungsgrade. UMG wird unverändert als Silizium „schlechterer“ Qualität angesehen. Dass UMG zurzeit eine untergeordnete Rolle spielt, haben wir zuletzt auch auf der Europäischen Photovoltaikkonferenz EU PVSEC in Hamburg erfahren. Im Gegensatz zu Zeiten der Siliziumknappheit gab es in dem umfangreichen Konferenzprogramm nur wenige Beiträge zum Thema UMG-Silizium.
Der dritte Punkt, die Skalierung der Pilotanlagen hin zu einer Fabrik in industriellem Maßstab, ist ein technisches Risiko, das jedem Herstellungsprozess innewohnt. Unsere Versuche, Messungen und Berechnungen lassen uns diese Risiken beherrschbar und kalkulierbar erscheinen. Aber in Verbindung mit den bereits genannten Unsicherheiten war bisher keiner unserer Gesprächspartner bereit, in die Fortführung unserer Aktivitäten zu investieren.
Wir sind weiterhin von unserer Technologie überzeugt und stoßen in Hinblick auf die von uns erzielten Ergebnisse auch weitgehend auf positive Resonanz. Bedauerlicherweise spricht aber die momentane Marktsituation gegen uns und die Zeit läuft uns davon.“
Die Hauptversammlung der Solarvalue AG findet am 16. November 2011 in Berlin statt. In Tagesordnungspunkt 4 werden die Aktionäre über die Auflösung der Gesellschaft abstimmen.